Spuren aus der Urgeschichte
Als die Gletscher wichen
Vier große Eiszeiten prägten Europa: Günz, Mindel, Riß und Würm. Die letzte, vor 115.000 bis 10.000 Jahren, formte die Alpenlandschaft, wie wir sie heute kennen.
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Mit dem Rückzug der Gletscher vor etwa 20.000 Jahren kehrte auch der Mensch in diese Täler zurück. Am Langsee befand sich ein sommerliches Lager von Jägern und Sammlern des Spätpaläolithikums (14.000–10.000 v. Chr.) und Mesolithikums (10.000–5.500 v. Chr.). Davon zeugen Feuersteingeräte und Abschläge, die hier gefunden wurden.
Der Temperaturanstieg und die Anhebung der Waldgrenze führten dazu, dass Mensch und Wildtiere immer weiter in die Höhe zogen – ein direktes Echo des damaligen Klimawandels.
Auch die moderne Forschung liefert spannende Einblicke: 2011 wurden am Ortler-Plateau auf 3850 m Höhe Eiskerne entnommen. Ihre Analyse zeigt, dass um etwa 5000 v. Chr. selbst der höchste Gipfel Südtirols eisfrei war – ein Beweis für die rasche Entgletscherung und das Klimaoptimum jener Zeit.
Paul Glerischer/Matthias Innerhofer/Helmut Moser/Alfred Obex, Neue Fundplätze und Funde der Steinzeit aus Südtirol, in: Der Schlern 65/10 (1991), 519-529, hier 519-524.
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