Permafrost und Blockgletscher

Permafrost bezeichnet Boden- oder Felsbereiche, die mindestens zwei Jahre in Folge unter 0 °C bleiben. In den Alpen tritt er meist oberhalb von 2500 Metern auf. In diesen gefrorenen Schichten kann sich Eis ansammeln, das entweder mit den mineralischen Bodenbestandteilen vermischt ist oder Hohlräume und Spalten ausfüllt. Ständige Gefrier- und Tauprozesse, das Ausschmelzen von Bodeneis und seine plastische Deformation führen zu Bewegungen, Rutschungen und Veränderungen an der Oberfläche.

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Eng verbunden mit dem Permafrost sind die Blockgletscher. Es handelt sich um Ströme aus Schutt und Gesteinsblöcken, die durch Eis im Inneren zusammengehalten werden. Aufgrund der Schwerkraft gleiten sie – ähnlich wie klassische Gletscher – langsam talabwärts. Auch Blockgletscher bestehen aus zwei Hauptbereichen:

das Nährgebiet, wo sich Eis durch Kälteeffekte selbst im Sommer bilden kann,

und das Zehrgebiet, weiter unten, wo wärmere Temperaturen das Eis in den Sommermonaten abschmelzen lassen.

Blockgletscher bewegen sich viel langsamer als Gletscher, können aber beträchtliche Ausmaße erreichen. Sie gelten als wertvolle Klimaarchive, da ihre Untersuchung Aufschluss über Temperaturveränderungen im Hochgebirge gibt.

Legende

Grün gestrichelte Linie: Gletscherausdehnung im Jahr 2007
Grüne Linie: Moräne der Kleinen Eiszeit (maximale Gletscherausdehnung um ca. 1870)
Rote Linie: Rossbänke-Blockgletscher – aktive, sich bewegende Zone
Blaue Linie: Rossbänke-Blockgletscher – ruhende Zone mit Eis und minimalen Bewegungen
Dunkelgrüne Linie: Rossbänke-Blockgletscher – fossile Zone ohne Eis

Karte der Blockgletscher-Bewegungen

Mittlere Fließgeschwindigkeit: 30 cm / Jahr

Interferometrie

Die Satelliten-Interferometrie misst die Unterschiede zwischen zwei Aufnahmen, die der Satellit vom selben Ort gemacht hat. In der Abbildung wird dieses Prinzip vereinfacht gezeigt. Der Satellit sendet ein Signal aus, dessen Phase (die Wellenposition) davon abhängt, wie weit er vom Boden entfernt ist. Wenn sich der Boden bewegt, verändert sich diese Entfernung – und damit auch die Phase des Signals. Dieser Unterschied lässt sich messen. Mit dieser Methode kann man sehr gut erkennen, ob und wie sich Blockgletscher bewegen.

Der Rossbänke-Blockgletscher

Ein beeindruckendes Beispiel ist der Rossbänke-Blockgletscher, einer der größten in Südtirol. Er ist etwa 1380 Meter lang, bis zu 230 Meter breit und 60 Meter tief. Er gliedert sich in mehrere Zungen, die unterschiedlich schnell zu Tal fließen: Während die unterste Zunge fast stabil ist, bewegt sich die oberhalb des Wanderwegs deutlich schneller. Zwischen 2015 und 2025 stieg seine Geschwindigkeit von 30–60 cm pro Jahr auf rund 90–120 cm an – ein klares Zeichen der globalen Klimaerwärmung.