Formung der Landschaft
durch Gletschererosion
Gletscher gehören zu den wichtigsten Bildhauern der Berge. Sie entstehen durch die Verdichtung und Rekristallisation von Schnee, wenn im Winter mehr Schnee fällt, als im Sommer schmilzt. Unter dem Einfluss der Schwerkraft bewegen sich diese gewaltigen Eismassen langsam talwärts – mit Geschwindigkeiten von wenigen Metern bis zu mehreren Dutzend Metern pro Jahr – und prägen dabei nachhaltig die Alpenlandschaft.
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Die Landschaft, wie wir sie heute kennen, ist das Ergebnis jahrtausendelanger Erosionsprozesse, die vor allem durch zwei Mechanismen wirken: Abrasion und Plucking.
Abrasion – An der Basis des Gletschers wirkt das im Eis eingeschlossene Gesteinsmaterial wie Schleifpapier. Die Bewegung des Gletschers poliert den Felsuntergrund glatt und hinterlässt Rillen und Kratzspuren. Mitunter entstehen dabei abgerundete, asymmetrische Formen, die sogenannten Rundhöcker, welche die Fließrichtung des Eises anzeigen.
Plucking – Wenn Schmelzwasser in Gesteinsrisse eindringt und gefriert, übt es Druck aus und sprengt die Felsen auf. Der Gletscher reißt die gelösten Blöcke mit sich, lagert sie in der Moräne ab und vertieft das Gelände weiter.
Auch das Schmelzwasser spielt eine entscheidende Rolle. In temperierten Gletschern fließt es oft unter hohem Druck unter dem Eis, gräbt Rinnen in den Untergrund und formt im Laufe der Zeit tiefe Schluchten und Gletscherkare. Die Intensität dieser Erosion hängt von Faktoren wie Wassermenge, Turbulenz und Gesteinshärte ab.
So könnte das Ultental vor 15.000 Jahren an dieser Stelle ausgesehen haben.