Rundhöcker

 

Die Handschrift der Gletscher

Rundhöcker sind glattgeschliffene, längliche Felsrücken, die während der Eiszeiten durch die Gletscher geformt wurden. Ihre asymmetrische Gestalt zeigt die Wirkung zweier Prozesse: Auf der dem Gletscher zugewandten Seite dominierte die Abrasion – das Eis und die eingeschlossenen Gesteinstrümmer polierten den Fels zu glatten Oberflächen mit sichtbaren Gletscherschrammen. Auf der Talseite dagegen führte der Prozess des Plucking zum Herausbrechen von Gesteinsstücken: Wasser drang in Spalten ein, gefror, dehnte sich aus und sprengte die Felsen.

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Häufig wachsen auf diesen Felsen die auffälligen Landkartenflechten (Rhizocarpon geographicum). Ihr grünlich-gelber Thallus mit dunklen Flecken erinnert an eine Landkarte. Da sie extrem langsam wachsen – nur wenige Zehntel Millimeter pro Jahr – gelten sie als nützliche Indikatoren für das Alter exponierter Felsen, auch wenn sie keine exakten Datierungen erlauben.

Wissenswertes

Der Begriff roche moutonnée wurde im 18. Jahrhundert vom Naturforscher Horace-Bénédict de Saussure geprägt. Die Bezeichnung erinnert an die welligen Perücken der französischen Aristokratie, die mit Schafsfett (mouton) in Form gehalten wurden.

Tappeinerweg, Meran.

Rundhöcker, Gletscherschrammen und große Findlinge sind bleibende Spuren der Gletscher. Sie finden sich auch weitab heutiger Gletscherregionen, etwa die Schrammen an der Tappeinerpromenade in Meran oder der berühmte „Alter Schwede“ im Hamburger Hafen, der vom skandinavischen Inlandeis dorthin transportiert wurde.

Findling: Hamburger Hafen, Deutschland.

Sandhamn, Schweden.

Yosemite-Nationalpark, USA.