Gletscher und Moränen
Zerbrechliche Zeugen des Klimawandels
Oberhalb des Grünsees, zwischen der Hinteren Eggenspitze und der Weißbrunnspitze, liegen drei kleine Gletscher, die stark zurückgegangen sind: der Grünsee-Gletscher, der Weißbrunnferner und der Lorchenferner. Gemeinsam bilden sie ein eindrucksvolles Naturarchiv, das die Folgen des Klimawandels in den Alpen sichtbar macht.
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Der Grünsee-Gletscher ist heute fast vollständig mit Schutt bedeckt. Seine deutlich erkennbaren Moränen stammen aus der Kleinen Eiszeit um 1850, als das Eis noch bis zum See reichte.
Der Weißbrunnferner, größter der drei und einer der am besten erforschten Gletscher Südtirols, hat in rund 150 Jahren über 85 % seiner Fläche verloren: von 160 Hektar Mitte des 19. Jahrhunderts auf nur noch 21 Hektar im Jahr 2023. Neben seinem Rückgang fragmentiert der Gletscher immer weiter; das ist ein Zeichen seines fortschreitenden Zerfalls. Im Jahr 2020 betrug die durchschnittliche Eisdicke nur noch 16 Meter bei einer maximalen Tiefe von 30 Metern. In den Folgejahren verlor er so viel Masse wie noch nie zuvor – allein im Jahr 2022 schmolzen über 4 Meter Eis ab.
Der kleine Lorchenferner ist fast gänzlich verschwunden.
Prognosen zufolge werden die Ultner Gletscher bis 2040 völlig verschwunden sein. Sie sind mehr als schmelzende Eisflächen: Sie sind Klimaindikatoren, wertvolle Archive der Naturgeschichte und lebenswichtige Wasserreservoirs. Ihr Rückgang macht deutlich, wie dringend wir Maßnahmen zur Klimaschutz und -anpassung ergreifen müssen, um dieses fragile Naturerbe zu bewahren.
Weitere Informationen
Gletscher im Schwinden
Prognosen zum Gletscherschwund auf lokaler und globaler Ebene
goodbye-glaciers.info/regions
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