Ein Niedermoor zwischen Quellen

 

Ein stilles Ökosystem voller Besonderheiten

In der Nähe der Weißbrunnalm tritt Quellwasser aus dem Boden und bildet ein einzigartiges Biotop: ein Niedermoor. Hier bleibt der Boden ständig feucht, wodurch abgestorbene Pflanzen nur langsam zersetzt werden. Mit der Zeit entsteht Torf, eine dunkle, schwammige Bodenschicht, die Jahrhunderte von Vegetationsgeschichte bewahrt. An manchen Stellen ist die Torfschicht bis zu 1,5 Meter mächtig.

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Neben dieser außergewöhnlichen Flora erfüllt das Niedermoor wichtige ökologische Funktionen: Es speichert Kohlenstoff und reduziert so das CO2 in der Atmosphäre. Zudem nimmt es Regenwasser wie ein Schwamm auf und trägt dazu bei, den oberflächlichen Abfluss von Niederschlägen zu dämpfen. Ein stilles Naturwunder – klein, unscheinbar, aber unverzichtbar für Klima und Artenvielfalt.

Im Unterschied zu Hochmooren, die ausschließlich vom Regen gespeist werden, lebt dieses Niedermoor von nährstoffreichem, unterirdischen Quellwasser. Dadurch bietet es ideale Bedingungen für seltene Pflanzenarten, die sich an extreme Standortfaktoren angepasst haben, darunter:

der Fieberklee (Menyanthes trifoliata) mit weißen bis rosafarbenen, sternförmigen Blüten;

die seltene Wenigblütige Segge (Carex pauciflora);

das Schmalblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium), leicht erkennbar an den watteweißen Fruchtständen;

das Gemeine Fettkraut (Pinguicula vulgaris), eine fleischfressende Pflanze, die mithilfe klebriger Blätter kleine Insekten fängt.

Quelle: Moor- und Feuchtgebietskataster Südtirol. Biologisches Labor, Autonome Provinz Bozen (1991)